Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (2024)

Lena Klenke in „Perfect Match“Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi?

Lena Klenke („How to Sell Drugs Online (Fast)“) verkörpert Steffi Graf im Amazon-Film „Perfect Match“. Das 90er-Jahre-Biopic erzählt den Beginn der Liebe zwischen der deutschen Tennis-Queen und US-Superstar André Agassi. Wie kommt man zu dieser Rolle, wenn man kein Tennis spielt?

Lena Klenke, 28, ist eine der aufstrebenden jungen Schauspielerinnen Deutschlands. In der Netflix-Erfolgsserie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ war sie dabei und auch in einem der besten deutschen Fernsehfilme des vergangenen Jahres, der wunderbaren Coming-of-Age-Tragikomödie „Flunkyball“ (ARD Mediathek). Eine ganz andere Dimension hat nun allerdings der Amazon-Film „Perfect Match“, der am Samstag, 29. Juni, beim Streamingdienst anläuft.

Er erzählt den Beginn einer äußerst prominenten Liebesgeschichte. Mit der deutschen Jahrhundert-Tennisspielerin Steffi Graf und US-Paradiesvogel André Agassi fanden sich zwei Superstars des Tenniszirkus der 90er-Jahre zusammen, die man sich damals nicht so recht zusammendenken wollte: auf der einen Seite die spröde Deutsche, im Film vom Agassi-Clan als „German Robot“ bezeichnet, auf der anderen ein wilder US Boy, der damals für den ein oder anderen Skandal gut war. Spoilerwarnung: Das Ganze verlief ganz gut. Die beiden sind heute noch ein Paar, sie haben zwei Kinder. Im Interview erzählt Schauspielerin Lena Klenke, wie sie als Tennis-Einsteigerin zu Steffi Graf wurde.

Die Königinnen vom Court

Das sind die zehn erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten

Copyright: IMAGO/ABACAPRESSSteffi Graf posiert mit der Trophäe der French Open nach ihrem Sieg gegen Martina Navratilova am 25. Mai 1987. Die Deutsche zählt zu einer der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Hier seht ihr unsere Liste der zehn erfolgreichsten Spielerinnen der Tennisgeschichte.
Copyright: imago sportfotodienstName: Maureen Connolly, Grand Slam Siege: 9 |Die US-Amerikanerin Maureen Connolly, hier am 4. Juli 1953, war einer der ersten großen Tennisstars der Vereinigten Staaten nach dem Krieg. Ihren ersten US-Open-Titel gewann sie 1951 im Alter von nur 16 Jahren. Sie gilt bis heute als eine der einflussreichsten Tennisspielerinnen der USA.
Copyright: picture-alliance / dpaName: Monica Seles, Grand-Slam-Titel: 9 |Monica Seles, hier am 27. Juni 2000, beherrschte in den frühen 1990er Jahren das Geschehen auf den Tennisplätzen der Welt. Als große Rivalin von Steffi Graf blieb sie vielen deutschen Tennisfans in Erinnerung. Viele erinnern sich auch noch auf die Messerattacke auf Seles in Hamburg im April 1993, die sie schwer verletzt überlebte. Nach ihrer Verletzung konnte sie 1996 nur noch einen Gran Slam Titel gewinnen.
Copyright: imago/ZUMA/KeystoneName: Billie Jean King, Grand-Slam-Titel: 12 |Billie Jean King, hier am 8. Juli 1997, galt in den 1960er und 70er Jahren als eine der besten Spielerinnen. Die US-Amerikanerin gewann 12 Grand-Slam-Titel. Bekanntheit erlangt sie zudem durch ihr öffentliches Outing, was sie zur ersten Spielerin machte, die sich zu ihrer hom*osexualität bekannte.
Copyright: imago sportfotodienstName: Suzanne Lenglen, Grand Slam Titel: 12 |Suzanne Lenglen gewann zwischen 1919 und 1926 insgesamt sechsmal Wimbledon und die French Open. Die Französin galt damals als eine der ersten internationalen weiblichen Sportstars. Von der Presse wurde sie damals als Star verehrt. Das Bild entstand im Jahre 1919.
Copyright: imago/US Presswire Sports Archive/Offside Sports/USA TODAY SportName: Chris Evert, Grand-Slam-Titel: 18 |Evert, hier am 2. Juli 1972, dominierte in den 70ern und 80ern das Tennisgeschehen. Von 1974 bis 1986 brachte sie das Kunststück fertig, über 13 Jahre mindestens einen Grand-Slam-Titel pro Jahr zu gewinnen.
Copyright: picture-alliance / dpaName: Martina Navratilova, Grand-Slam-Titel: 18 |Die gebürtige Tschechin gewann zwischen 1978 und 1990 insgesamt 18-mal einen Grand-Slam-Titel. Sie galt lange als eine der größten Rivalinnen von Steffi Graf. Sie hält mit 74 siegreichen Partien zwischen 1983 und 1984 die längste Siegesserie im Frauentennis. Das Foto entstand bei ihrem letzten Wimbledon-Sieg am 7. Juli 1990.
Copyright: imago/United Archives InternationalName: Helen Wills Moody, Grand-Slam-Titel: 19 |Die US-Amerikanerin Helen Wills Moody war in den Vorkriegsjahren zwischen 1923 und 1938 Amerikas Stern am Tennishimmel. In diesem Zeitraum gewann sie sage und schreibe 19 Grand-Slam-Titel und dominierte die Konkurrenz dabei fast nach Belieben. Von 22 Turnieren, an denen sie teilnahm, gewann sie 19. Ein Rekord, der bis heute steht.
Copyright: picture alliance / dpa/dpaName: Steffi Graf, Grand-Slam-Titel: 22 |Deutsche Tennisfans versetzt der Name Steffi Graf, hier am 3. Juli 1993, bis heute in Verzückung. Die erfolgreichste deutsche Tennisspielerin erlebte ihre goldenen Jahre in den 80ern und 90ern. Zudem gewann die Mannheimerin 1988 olympisches Gold in Seoul.
Copyright: picture alliance/dpa/AAPName: Serena Williams, Grand-Slam-Titel: 23 |Die erfolgreichste Tennisspielerin der letzten zwanzig Jahre ist zweifelsfrei Serena Williams, hier am 10. Februar 2021. Die jüngere der beiden Williams-Schwestern hatte ihre goldenen Jahre zwischen 1999 und 2017. In der Zeit fuhr die US-Amerikanerin ganze 23 Titel ein.
Copyright: imago images/WEREKName: Margaret Court, Grand Slam Siege: 24 |Die alleinige Rekordhalterin ist die Australierin Margeret Court, die in den 60er und 70er Jahren den Tennissport der Frauen nach Belieben dominierte. Zwischen 1960 und 1973 gewann sie 24 Grand Slam Titel, darunter in 14 Jahren 11 Mal die Australian Open. Das Foto entstand am 28. Mai 1973.

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teleschau: Spielen Sie Tennis?

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Lena Klenke: Vorher nie. Und seit der Rolle ab und zu - obwohl ich nach dem Dreh doch erst mal eine Pause von dem ganzen Training brauchte.

teleschau: Tennis ist nicht mehr so omnipräsent in Deutschland wie in den 80er- und 90er-Jahren. Kannten Sie Steffi Graf überhaupt?

Lena Klenke: Doch, schon. Ich hatte ein Bild im Kopf. Aber als ich mich mit ihr intensiv beschäftigte, war ich dann doch sehr überrascht. Ich dachte: Wow, Was für eine coole Frau!

teleschau: Was fanden Sie cool an ihr?

Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (12)

Lena Klenke: Wie sie auf dem Boden geblieben ist und immer das Gefühl vermittelte: Nichts kann mich aus der Ruhe bringen. Es gab einige Turbulenzen in ihrem Leben, vor allem der Skandal um ihren Vater. Und trotzdem dachte man immer, dass sie total bei sich war. Man findet äußerst selten Stars dieser Kategorie, die so normal mit ihrem Leben und der Öffentlichkeit umgehen.

teleschau: Damals war man als Zeitzeuge doch sehr überrascht, dass André Agassi und Steffi Graf ein Paar wurden. Die beiden hatten ein komplett gegensätzliches Image: der wilde US-Paradiesvogel und die spröde Deutsche ...

Lena Klenke: Ja, das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich einer anderen Generation angehöre. Doch wenn man sich mit den beiden beschäftigt, versteht man es besser. Das gemeinsame Verständnis für den Druck und das Leben im Tenniszirkus. Und natürlich die sehr dominanten Väter, welche die Karrieren ihrer Kinder sehr eng begleiteten.

teleschau: Haben Sie die großartige Autobiografie André Agassis „Open“ gelesen?

Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (13)

Lena Klenke: Ja, natürlich. Es war das Erste, mit dem ich mich bei der Vorbereitung auf die Rolle beschäftigt habe. Eine gute Entscheidung, weil er sie in dem Buch auch so toll beschreibt. Von Steffi Graf selbst existiert nichts Vergleichbares. Sie hat sich immer sehr damit zurückgehalten, ihr Leben zu erzählen.

teleschau: Gibt es überhaupt keine Bilder oder Berichte aus ihrem Leben nach dem Tennis?

Lena Klenke: Nur sehr wenige. Das einzige, mit dem sie ab und zu in der Öffentlichkeit auftaucht, ist ihre Stiftung „Children for tomorrow“. In Sachen Klatsch und Tratsch gibt es ab und zu Gerüchte, aber die sind ihr, glaube ich, so ziemlich egal.

Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (14)

teleschau: Sind alle privaten Szenen im Film letztendlich Spekulation nach dem Motto: So könnte sich Steffi Graf verhalten haben?

Lena Klenke: Alle privaten Szenen zwischen Steffi und André sind frei erfunden. Wir wissen nicht, wie sie sich da verhalten hat.

teleschau: Es gibt eine schöne Szene im Film, als sich die beiden - noch mit anderen Partnern liiert - in Rom treffen und sich dort für einen Ausflug und ein Tennismatch verabreden. Gab es dieses römische Treffen überhaupt?

Lena Klenke: Nein, auch das ist Spekulation. Wir haben keine Ahnung, wie die beiden sich tatsächlich angenähert haben. Auch Agassi ist in seinem Buch zurückhaltend in dieser Hinsicht, und das kann man auch verstehen. Schließlich war er zu dieser Zeit ja vielleicht noch mit Brooke Shields zusammen.

Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (15)

teleschau: Sie haben eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Steffi Graf. Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

Lena Klenke: Offenbar dachten die Produzenten ähnlich, denn ich hatte das Glück, einfach gefragt zu werden, ob ich Steffi Graf spielen möchte - also ohne Casting. Das war ganz am Anfang des Projektes, noch vor Corona. Ich fühlte mich total geehrt, hatte aber auch ein bisschen Angst, ob ich ihr gerecht werden kann. Glücklicherweise hatten wir durch Corona eine unerwartete Pause, die ich für Tennisstunden und die Beschäftigung mit ihr nutzen konnte.

teleschau: Hat man Sie nicht zu Anfang gefragt, ob Sie Tennis spielen?

Lena Klenke: Doch, natürlich. Und ich musste „nein“ antworten. Aber dann hieß es: „Kein Problem, das kriegen wir hin.“ Hinzu kam noch, dass ich Linkshänderin bin und Steffi Rechtshänderin. Ich musste Tennis mit meiner schwächeren Hand lernen. Es ist zwar kein Film mit 80 Prozent Tennisszenen, aber es gibt sie natürlich. Ich fand das Tennisspielen für den Film trotzdem gut. Sobald man etwas Körperliches macht, kann man sich besser reinfühlen in eine Rolle.

teleschau: Sie hatten ja sicher einen Trainer. War das jemand, der Ihnen spezielles Steffi Graf-Tennis beibrachte?

Lena Klenke: Ja, das war der Fokus. Wir haben eigentlich nur versucht, ihr Tennis abzubilden: dass ich lerne, wie sie spielte. Ich musste dann auch meinen Freunden sagen: „Ihr braucht nicht denken, dass ihr mit mir jetzt richtiges Tennis spielen könnt.“ Ich kann immer noch kein richtiges Match spielen. Aber ich kann nachmachen, wie Steffi Graf gespielt hat (lacht).

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teleschau: Wie trainiert man so etwas?

Lena Klenke: Wir haben uns viele Spiele von ihr angeschaut, die Bewegungen studiert und nachmodelliert. Wir wussten, welche Spielszenen im Film vorkommen und worauf wir den Fokus legen müssen: French Open '91, Wimbledon '93. Wir lernten diese Matches wie eine Choreografie auswendig. Natürlich ging es um bestimmte Bewegungen: Was war das Markante an ihrer Vorhand, wie war ihr Slice, wie der Aufschlag? Was hat sie zwischen den Ballwechseln gemacht? Diese Details sollten schon stimmen.

teleschau: Gibt es auch Szenen mit einem Double?

Lena Klenke: Ja, auch die gibt es. Es war von Beginn an klar, dass ich ihr in richtigen Ballwechseln nicht gerecht werden kann. Insofern wurde in solchen Szenen getrickst. Wir haben aber auch fast alles mit mir gedreht, um hinterher zu schauen, was man wie verwenden kann. In der Regel sind die Szenen mit schnellen Ballwechseln aber jene mit dem Double. Auf Originalszenen mit Steffi Graf haben wir verzichtet. Wenn man sich für einen solchen filmischen Ansatz entscheidet, hat man permanent den Vergleich zwischen Original und Fälschung. Und natürlich auch einen Bruch in der Art des Bildmaterials. Beides wollten wir nicht.

teleschau: Wurde Steffi Graf gefragt, ob sie am Film beteiligt sein will?

Lena Klenke: Ja, natürlich. Aber sie hat dankend abgelehnt, uns aber viel Glück und Spaß gewünscht. So ähnlich durfte man das wohl von ihr erwarten (lacht). Aber sie hat nicht geäußert, dass sie nicht gespielt werden möchte. Das hat mich beruhigt. Ab ihrem „go“ war es dann irgendwie mein Projekt und meine Interpretation ihres Lebens.

teleschau: Wie wurde eigentlich Ihr Filmpartner Toby Sebastian gecastet, der ja der Bruder der britischen Schauspielerin Florence Pugh ist?

Lena Klenke: Das geschah relativ spät. Man suchte lange erfolglos nach einem André Agassi-Darsteller, doch dann hat unser Casting ihn doch noch gefunden. Man wollte eine optische Ähnlichkeit, aber auch eine ähnliche Präsenz. Toby hat viel Schauspielerfahrung. Auch bei „Game of Thrones“ war eine Weile dabei. Er ist ein entspannter, lustiger Brite, der in London lebt und den Amerikaner Agassi super verkörpert hat, wie ich finde. Als er die André Agassi-Perücke zum ersten Mal trug, war die Ähnlichkeit geradezu verblüffend. Wir wurden danach immer wieder gefragt, ob wir mit KI gecastet haben (lacht). (tsch)

Lena Klenke in „Perfect Match“: Wie begann Steffi Grafs Liebesgeschichte mit André Agassi? (2024)
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